Cochem: Muster für Letten

bei Trennungs- und Scheidungsverfahren zum Wohl der Kinder, aber auch der Eltern. In Begleitung des rheinland-pfälzischen Justizministers informierte sich eine Delegation lettischer Juristen in der Kreisstadt.

COCHEM. Mit Mediation, beratenden Gesprächen und Vernetzung der zuständigen Stellen sollen in Familiengerichtsverfahren akzeptable Ergebnisse für alle Beteiligten, insbesondere für die Kinder, erzielt werden. Auf diese Weise arbeitet sowohl der "Arbeitskreis Trennung und Scheidung" beim Amtsgericht Cochem, als auch das Justizprojekt "Integrierte Mediation in Familiensachen" am Oberlandesgericht (OLG) in Koblenz.

Zu einem gemeinsamen Besuch in Cochem waren gestern unter anderem Dr. Heinz Georg Bamberger, rheinland-pfälzischer Justizminister, und Maya Darscheid, die als Richterin beim OLG das Projekt leitet. Begleitet wurden sie von einer Delegation lettischer Richter sowie Mitarbeitern des dortigen Ministeriums und vom Familienrichter, der seine Kollegen in Riga für die integrierte Mediation ausbildet.

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 Familienrichter Rudolph (4. von links) empfing Minister Bamberger (5. von links) und die lettische Delegation. Foto: Jens Weber

Jürgen Rudolph, Familienrichter am Cochemer Amtsgericht, informierte die Gäste über das "Cochemer Modell" und wies darauf hin, dass der Justizminister, als er noch Präsident des Koblenzer OLG war, dieses Trennungs- und Scheidungsmodell bereits mit initiiert hat: "Jetzt haben wir eine gute Plattform, auf der wir in unserer Arbeit aufbauen können.

Dr. Bamberger erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung: "Die Mediation hat sich so bewährt, dass diese Methode als Beispiel für andere Bereiche des Gerichts gilt." Die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen kann nach Meinung des Ministers zum Beispiel auch in Verfahren bei Gewalt gegen Frauen und im häuslichen Bereich oder bei straffällig gewordenen Jugendlichen sehr gut umgesetzt werden. Nach Auskunft von Maya Darscheid sind in Rheinland-Pfalz bereits die Familienrichter von 28 Amtsgerichten in den Gesprächstechniken der Mediation ausgebildet und wenden diese auch sehr erfolgreich an: "Eine weitere Gruppe von 18 Richtern hat gerade mit der Ausbildung begonnen."

Die Richterin des OLG ist überzeugt von der integrierten Mediation: "Ich kann mir nicht vorstellen, wieder anders zu arbeiten." Wichtig ist ihrer Meinung nach, "dass alle Professionen wie Richter, Anwälte, Jugendamt gleichwertig sind, damit nachhaltige Ergebnisse erzielt werden können".   

 Brigitte Meier
Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 21.07.2006, Seite 17.